Es dauerte fast 20 Jahre, bis das Elternhaus an der Kinderklinik der Universitätsklinik Düsseldorf realisiert werden konnte. Nun wurde Richtfest gefeiert. Viele der Kinder und Jugendlichen, die in der Kinderklinik in Düsseldorf behandelt werden, stammen nicht aus Düsseldorf – für ihre Eltern ein Problem, denn sie können aufgrund geographischer Widrigkeiten ihren Kindern während der oftmals viele Wochen und Monate andauernden Behandlungen und Therapien nicht dauerhaft beistehen. Das Elternhaus wird Angehörigen chronisch kranker Kinder, die mit Stoffwechsel- oder Krebserkrankungen behandelt werden, nun ermöglichen, ihre Kinder auch für längere Zeit im Klinikalltag zu begleiten.
12 geräumige Appartments bieten den Angehörigen Platz
Mit 12 Wohneinheiten in geräumigen, rund 32 Quadratmeter großen Appartements, wird es den Eltern bald möglich sein, einerseits in unmittelbarer Nähe zu ihrem Kind zu bleiben, und dabei andererseits ihrerseits eine Rückzugsmöglichkeit zu haben. Zwei der Appartements werden zudem behindertengerecht gebaut und eingerichtet sein. Mit maximal drei Personen können Angehörige chronisch kranker Kinder dann in Zukunft in Wohnungen, die alle auch eine kleine Küche aufweisen, unterkommen. Im Haus wird es einen offenen Foyerbereich mit angeschlossenem Gemeinschaftsraum sowie eine Außenterrasse mit Spielplatz geben. Die Bauzeit des neuen Elternhauses auf dem Gelände des Universitätsklinikums Düsseldorf und in unmittelbarer Nähe zur Kinderklinik, ist mit einem Jahr sehr kurz bemessen, bedenkt man, dass die Planungs- und Verhandlungszeit für den Bau des Gebäudes fast 20 Jahre in Anspruch nahm. „Die erste Idee für das Elternhaus hatten wir bereits in den 90er Jahren“, erzählt Ursula Zappey, Gründungsmitglied und seit 1979 Vorsitzende der Elterninitiative Kinderkrebsklinik e.V..
Bürokratische Hürden und Personalfluktuation
Spenden wurden gesammelt und erste Verhandlungen mit der Uniklinik, die das Gelände kostenfrei zur Verfügung stellte, aufgenommen. „Bürokratische Hürden und eine hohe Personalfluktuation während unserer Verhandlungen mit der Uniklinik ließen unser Vorhaben jedoch oft stocken“, erläutert André Zappey, Sohn von Ursula Zappey und ebenfalls in der Elterninitiative Kinderkrebsklinik e.V. engagiert. Doch die Hartnäckigkeit der Elterninitiative zahlte sich aus: Mit Baubeginn im Juni 2012 wird das Elternhaus ab Frühjahr 2013 nun endlich zur Verfügung stehen.
Bessere Heilungschancen durch Beisein der Eltern
„Besonders in Zeiten von schwerer und lang andauernder Krankheit wollen Eltern möglichst durchgehend bei ihrem Kind sein, brauchen aber auch adäquate Rückzugsmöglichkeiten. Im Elternhaus werden Mütter und Väter diese nun bald in sehr angemessener Form vorfinden und sind gleichzeitig immer in der Nähe ihres kranken Kindes“, erklärt Professor Dr. Ertan Mayatepek, Direktor der Klinik für Allgemeine Pädiatrie, Neonatologie und Kinderkardiologie, die Bedeutung des Elternhauses. „Und nachweislich hat die Anwesenheit der Eltern Einfluss auf die Heilungschancen der Kinder“, ergänzt Professor Dr. Wolfgang H.-M. Raab, Ärztlicher Direktor und Vorsitzender des Vorstandes der Universitätsklinik Düsseldorf.
Baukosten von 1,4 Millionen allein durch Elterninitiative finanziert
Mit Übernahme der Baukosten von 1,4 Millionen Euro stellt die Elterninitiative Kinderkrebsklinik damit einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung des Wohlbefindens und der Heilungschancen chronisch kranker Kinder an der Universitätsklinik Düsseldorf dar. „Die Finanzierung dieses Projektes wurde ausschließlich durch die Elterninitiative realisiert“ stellt Professor Dr. Raab deshalb noch einmal deutlich heraus und bedankt sich gemeinsam mit Professor Dr. Arndt Borkhardt, Chefarzt und Direktor der Klinik für Kinder-Onkologie, -Hämatologie und klinische Immunologie, bei Ursula Zappey für die herausragende Arbeit.












